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Messe in San Marco musikalisch begleitet
Vier Tage reisten Sänger des Liederkranz Lustnau, deren Angehörige und Freunde vom 19. bis 22. September in die Renaissance-Stadt Oderzo
in Nord-Ost-Italien, im venezianischen Tiefland zwischen den Flüssen Piave und Livenza gelegen. Dort besuchte die Reisegruppe mit ihrem Dirigenten
Roland Stemmler den Coro A. N. A. di Oderzo, in dem sich Mitglieder der nationalen Gebirgsjägervereinigung zusammengeschlossen haben.
Der Liederkranz Lustnau unterhält seit 30 Jahren eine Freundschaft mit diesem Chor. Höhepunkt der Reise waren mehrere musikalische Beiträge während
der festlichen Sonntags-Messe in der Basilika San Marco in Venedig.
Doch nicht nur der Aufenthalt in Oderzo wurde von den Freunden des Coro A. N. A. auch dieses Mal wieder abwechslungsreich gestaltet. Bereits während
der Busfahrt nach Oderzo boten sich den Reisenden landschaftlich spektakuläre Ansichten. So rastete die Gruppe während einer kurvenreichen Rundfahrt
durch die Dolomiten am malerisch und 1756 hoch gelegenen Misurina-See, der umrahmt ist von den gewaltigen Felsmassiven der Drei Zinnen, des Monte
Piana und der Cadini-Gruppe. Am frühen Abend wurde die Reisegruppe wieder wie schon bei den vorigen Reisen sehr herzlich von ihren italienischen Freunden
begrüßt und man beschloss den Tag mit einem gemeinsamen vorzüglichen Abendessen und gutem Wein in einem gemütlichen Restaurant.
Am nächsten Tag wurden die Sänger und ihre Begleiter und Begleiterinnen im Rathaus von Oderzo offiziell empfangen. Dabei waren auch der Präsident des
Chores A. N. A., Luigi Casagrande sowie der Dirigent Piergiorgio Mocerino. In seinem Grußwort betonte Bürgermeister Pietro Dalla Libera, wie wichtig für
beide Seiten die regelmäßigen gegenseitigen Besuche seien. Anschließend wurde die deutsch-italienische Freundschaft mit dem Austausch von Gastgeschenken
– u.a. Lustnauer Heimatbuch -, dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt und einem Imbiss gefeiert, bei dem auch ein besonders guter Tropfen, die eigens
hergestellte Hausmarke des Bürgermeisters, ausgeschenkt wurde. Auch mit verschiedenen Prosecco-Spezialitäten der Region konnten die Freunde anstoßen,
ehe der Lustnauer Liederkranz gegen Ende des fröhlichen Empfangs spontan noch einige Stücke vortrug.
Mittags stand die Besichtigung der historischen Stadt Oderzo auf dem Programm. Abends gaben die beiden Chöre in Ormelle, einem benachbarten Ort von
Oderzo ein gemeinsames Konzert. Von Gospels bis zu Volksliedern: Der Liederkranz Lustnau trug eine breit gefächerte Auswahl seines Repertoires vor. Vor
jedem Lied führte eine Dolmetscherin die italienischen Besucher kurz in dessen Inhalt ein. Das Konzert war sehr gut besucht und alle Sänger erhielten sehr viel
Beifall, nachdem die beiden Chöre zum Schluss noch gemeinsam die Bühne betraten und das bekannte Berglied „La Montanara“ vorgetragen hatten. Am nächsten
Morgen fuhr die Gruppe zusammen mit ihren italienischen Freunden nach Venedig. Von Punto Sabbioni aus erreichte man die Lagunenstadt und den Markusplatz
mit dem Schiff. Vor der Basilika San Marco wurden die Sänger des Liederkranzes Lustnau, ihr Dirigent Roland Stemmler und die Organistin Helga Grözinger
schon erwartet und direkt unter die gewaltige Kuppel der Basilika geführt, wo sie später singen sollten.
Für die Touristen wurde der Dom nun geschlossen, nur noch die Besucher der Heiligen Messe hatten Zutritt. Die berühmten goldenen Mosaiken waren hell erleuchtet,
als der Sonntagsgottesdienst begann und wurden so zu einem besonders festlichen Rahmen. Der Pfarrer in der Basilika San Marco Giuseppe Camilotto, dessen
Bruder Franco seit vielen Jahren den Tenor des Liederkranz Lustnau verstärkt, hielt die Messe. Unter anderem mit musikalischen Beiträgen aus der „Messe brève“
von Charles Francois Gounod begleitete der Liederkranz Lustnau den Gottesdienst. Einige Stücke wurden auch auf Deutsch vorgetragen. Damit zählt der Chor
zu den ganz wenigen Chören, die jemals in der Basilika aufgetreten sind. Den weit mehr als tausend Gottesdienst-Besuchern aus der ganzen Welt gefielen die Beiträge
sehr, am Ende erhielten die Mitwirkenden viel Beifall.
Anschließend führte Pfarrer Giuseppe Camilotto die Gruppe durch die Basilika und an Orte, die für Touristen sonst nicht zugänglich sind, zum Beispiel eine
Krypta, deren steinerne Wände in jüngster Zeit mit einer speziellen Kunststoffmasse so ausgefugt wurden, dass kein Hochwasser mehr eindringen kann, wie
er erzählte. Er wies in der Basilika auf viele Details hin und erläuterte ausführlich die Symbolik der auf den Mosaiken abgebildeten religiösen Szenen.
Während einer anschließenden Stadtführung durch die Gassen Venedigs, vorbei an Kanälen und vielen fröhlich singenden Gondolieri wurde die Gruppe mit kenntnisreichen
und kurzweiligen Beiträgen eines Geschichts-Professors aus Oderzo mit einigen Besonderheiten der Geschichte dieser Stadt vertraut gemacht. Den Abschluss
des Tages bildete wieder ein gemeinsames Essen mit vielen italienischen Spezialitäten – einmal mehr stellten die italienischen Freunde damit ihre sehr große Gastfreundschaft
unter Beweis. Natürlich wurde auch an diesem Abend wieder gemeinsam gesungen. Am nächsten Morgen verabschiedete der italienische Chor seine Freunde mit der
Versicherung, sich bald wieder zu sehen, dann wieder in Lustnau.
Hier ein Bild unserer Gruppe mit ein paar italienischen Freunden:

Weitere Bilder finden Sie hier (wird noch im Laufe der zeit ergänzt)
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